Land des Feuers

Wir sprachen in Baku mit Dr. Firudin Gurbanov, dem aserbaidschanischem Amtsleiter des Ministeriums für Kultur und Tourismus

Aserbaidschan gilt als eine der ältesten Wiegen der Menschheit und birgt, auch bedingt durch seine territoriale Lage zwischen Europa und Asien, einen großen kulturellen Reichtum. Einflüsse türkischer, kaukasischer, europäischer und asiatischer Kultur verführen zu einer farbenfrohen und abwechslungsreichen Entdeckungsreise in das Land des Feuers. Aserbaidschan liegt im östlichen Südkaukasus direkt am Kaspischen Meer und in den kaukasischen Bergen. Im Norden grenzt das Land an die Russische Förderation, im Nordwesten an Georgien, im Westen an Armenien, im Süden an Iran, im Südwesten an die Türkei und im Osten an das Kaspische Meer. Zur Gesamtfläche von 86.600 qkm gehören auch die Autonome Republik Nachtschivan (5.500 qkm) und das von Armenien besetzte Berg-Karabach mit 4.400 qkm.

Herr Firudin Gurbanov wo verbringen Sie gerne Ihren Urlaub?

Firudin  Gurbanov: Ich bleibe oft in meinem Land, aber Deutschland gefällt mir auch sehr!

Was bieten Sie den internationalen Touristen in Ihrem Land?

Firudin Gurbanov: Aserbaidschan hat umfangreiche Ressourcen für den Tourismus: Von elf Klimazonen weltweit, gibt es allein neun -  vom subtropischen bis zum arktischen Klima. Wir haben etwa 6500 kulturelle und historische Denkmäler, davon einige auf der UNESCO-Liste. Es gibt die berühmten Felszeichnungen von Gobustan und den Feuertempel von Ateschgah und vieles andere, und wir haben viele handwerkliche Traditionen wie Seidenteppiche entlang der Seidenstraße und metallische Kunstgegenstände. Die aserbaidschanische Küche hat eine lange Tradition und das aserbaidschanische Volk gilt überall als sehr gastfreundlich. Besonders zieht die Altstadt von Baku, der orientalischen aber westlich orientierten Stadt, mit Moscheen, Jungfrauenturm und Schirwan Schah Palast, Touristen an.

Wie hat sich der Tourismus in den letzten Jahren entwickelt?

Firudin Gurbanov: Kürzlich wurde ein neues Programm von 2010 bis 2014 bestätigt, nach dem zehn touristische Zonen besonders entwickelt werden. Die Infrastruktur wird entwickelt, moderne Hotels der S-Klasse, Museen, Konzerthallen entstehen und der Hochbergtourismus wird mit 1,5 Milliarden Dollar für fünf neue Hotels ausgebaut. 2009 hatten wir 438 Hotels, 2004 waren es nur 238 – eine Steigerung von 85 Prozent. Es gibt aber auch so genannte Familienhäuser mit erschwinglichen Preisen.

Bei unserer Einreise gab es Probleme mit den Visa und die Straßen mit dem Tankstellensystem und dazugehörigen Einrichtungen waren bei unserer Reise durch das Land nicht gerade einladend?

Firudin Gurbanov: Wir kennen diese Probleme. In den Straßenbau investieren wir und bauen zur Zeit gerade die Straße in das 2500 Meter hohe Gebirge aus. Das Problem bei der Einreise hängt mit den verschieden zuständigen Ämtern sowie Personalfragen zusammen.

Mit den ersten Absolventen des Tourismusinstituts steht dann ab nächstes Jahr qualifiziertes Personal für guten Service zur Verfügung. Momentan macht uns die Qualifizierung des Personals nämlich noch Sorgen. Deshalb kooperieren wir mit Griechenland, der Schweiz, Türkei und anderen.

Wie wirkt sich der Konflikt um Karabach aus?

Firudin Gurbanov: Natürlich stört der Konflikt den Tourismus. Die Touristen wollen alle kaukasischen Regionen besuchen. Rund eine Million Flüchtlinge sind aus Berg-Karabach nach Aserbaidschan geflüchtet, es gab etwa 25 000 Tote und Armenien hält etwa 20 Prozent von Aserbaidschan besetzt. Dieses Territorium gehört zu Aserbaidschan und muss zurück gegeben werden. Wir erfüllen seit 1994 alle internationalen Übereinkommen. Das aserbaidschanische Militärbudget ist höher als der gesamte Haushalt Armeniens. Dennoch wünsche ich eine friedliche Lösung!

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