Land zwischen Europa und Asien - Impressionen einer Reise

Aserbaidschan gilt als eine der ältesten Wiegen der Menschheit und birgt, auch bedingt durch seine territoriale Lage zwischen Europa und Asien, einen großen kulturellen Reichtum. Einflüsse türkischer, kaukasischer, europäischer und asiatischer Kultur verführen zu einer farbenfrohen und abwechslungsreichen Entdeckungsreise in das Land des Feuers.

Aserbaidschan liegt im östlichen Südkaukasus direkt am Kaspischen Meer und in den kaukasischen Bergen. Im Norden grenzt das Land an die Russische Förderation, im Nordwesten an Georgien, im Westen an Armenien, im Süden an Iran, im Südwesten an die Türkei und im Osten an das Kaspische Meer. Zur Gesamtfläche von 86.600 qkm gehören auch die Autonome Republik Nachtschivan (5.500 qkm) und das von Armenien besetzte Berg-Karabach mit 4.400 qkm.


Die Grenzen des Landes wurden wiederholt verschoben. Die zahllosen historischen Wechsel  vom äußersten Rand Europas über den zerklüfteten Kaukasus in den vorderen Orient, vorbei an den alten Handelsrouten zwischen Morgen- und Abendland lassen sich kaum darstellen. Aserbaidschan hat babylonische, römische, byzantinische Herrscher, arabische Kalifen, mongolische Khans, persische, osmanische und zuletzt die sowjetische Herrschaft überdauert. 70 Mal erhielt das Kaspische Meer in den vergangenen Zeiten einen anderen Namen.

Der Untergang der Sowjetunion war wie ein Fanal, das an der geopolitischen Bruchlinie am Südrand der Sowjetunion eine neue Phase blutiger Auseinandersetzungen einläutete. Nationalismus und Religion erwiesen sich als neue alte Sprengkräfte, die in allen Kaukasusländern bis heute ungelöste Territorialkonflikte auslösten. Anfang der 90er Jahre forderte der Krieg um die mehrheitlich armenisch bewohnte, aber unter Stalin nach dem Prinzip "Teile und herrsche" Aserbaidschan zugeschlagene Region Berg-Karabach, etwa  25.000 Tote. Die Eroberung der Enklave und von rund 20 Prozent von Aserbaidschan. Ein Pyrrhussieg. Der seit 1994 "eingefrorene" Konflikt führte zur Blockade durch die Türkei und ist bis heute ungelöst.

Von den elf weltweit nachgewiesenen Klimazonen befinden sich allein neun in Aserbaidschan. Sandwüsten, Gletscher, Steppen, tropische Wälder, Schlammvulkane, Weinberge, Baumwollfelder, das Meer und Hochgebirge schaffen ein abwechslungsreiches Relief, in dem sich eine faszinierend vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt und erhalten hat. Etwa 18.000 Tierarten – darunter 102 Säugetierarten leben in Aserbaidschan. Heimisch sind hier aber auch exotische Tiere wie der Leopard, die Kopfgazelle, das Stachelschwein, der Rosaflamingo und die Seerobbe. Außerdem gedeihen im „Land des Feuers“ der Buchsbaum, der Eiserne Baum, Granatäpfel, Datteln und Safran.

Aserbaidschan und die  Region um das Kaspische Meer schickt sich an, zum Nahen Osten des nächsten Jahrhunderts zu werden. Öl und Gas, um die es geht, sind gewaltig: Schätzungen zufolge sollen es zwischen 90 und 200 Milliarden Tonnen sein. Ihr vermutlicher Wert  mindestens vier Billionen Dollar. Interessenten drängen sich im Dutzend.

Seit die Petrol-Dollars fließen tut sich etwas in Aserbaidschan, nur knapp ein Viertel so groß wie Deutschland. Deutsche haben eine lange Tradition in Aserbaidschan: Viktor Klein, der allerletzte deutsche Zeitzeuge in Chanlar, der ehemaligen schwäbischen Kolonie Helenendorf, starb 2007.  Sein Haus wurde zum Mausoleum.

Baku - die Hauptstadt der Winde - wirkt illuminiert eher wie ein Märchen aus „1001 Nacht“. Es sind die wiederhergestellten Villen und Prachtbauten aus dem ersten Ölboom des Landes – umgewidmet zu Museen, Theatern oder Kaufhäusern und Boutiquen – die den Touristen geradezu verzaubern.

                   

Dank des Ölbooms wächst der Wohlstand. Ein gewaltiges Straßen-, Hotelbau- und Kulturprogramm erschließt die Grenzregion zwischen Europa und Asien für den Tourismus. Auch wenn es noch ein Weilchen dauern wird, bis sich Touristen auf Asphalt bis ins letzte vergessene Bergdorf drängeln.

zurück

zurück